Telefonterror durch Kreditanbieter

Normalerweise urteile ich nicht vorschnell, über irgendwelche Firmen und betreibe auch keine üble Nachrede. Daran will ich mich auch in diesem Artikel halten, schließlich vertrete ich lediglich meine  Meinung und berichte über Vorkommnisse, die andere Menschen betreffen, die an mich herangetreten sind. Das Kreditgeschäft brummt. Aus den bisherigen Finanz- und Schuldenkrisen scheinen wir nichts gelernt zu haben. Noch immer finanzieren Menschen ihr Leben auf Pump. Damit sind nicht nur Privatpersonen, Unternehmen, Staaten sondern auch Banken gemeint. Die Gründe, für eine Kreditaufnahme sind vielfältig. Ob die Kreditaufnahme nun für den kurzfristigen Konsum, für die Anschaffung mittel- bis langfristiger Güter bestimmt ist, weil der Arbeitgeber das Gehalt nicht gezahlt hat, weil Investitionen getätigt werden müssen, weil eine Insolvenz abgewendet werden soll, weil es Staaten zu retten gibt oder ähnliches. 

Einen Grund gibt es offenbar immer. Ich verurteile niemanden, denn häufig kann ein Kredit oder auch eine Überziehung des Kontos notwendig, wenn nicht sogar entscheidend sein. Schulden machen gehört mittlerweile genau so zum Leben, wie die Luft zum Atmen. Und irgendwie erklärt sich das Ganze auch schon allein durch das Geldsystem an sich.

Die wenigsten Menschen sind sich darüber bewusst, dass Kredite und Schulden auch eine Kehrseite haben. Diese zeigt sich, sofern die „Schuld“ nicht mehr bedient werden kann. Natürlich würde niemand auf die Idee kommen, dem anderen einfach seine Schulden zu erlassen. Wo kämen wir denn dahin? Dann wäre ja fast jeder pleite. Naja, und mit der „Zeit“, die der Schuldner benötigt, um wieder in die Gewinnzone zu gelangen, lässt sich nun einmal sehr viel Geld verdienen.

Dies würde also eine einfache Formel nach sich ziehen: Kredit = Geld = Zeit

Wofür steht also eigentlich ein Kredit? Steht er für die Befriedigung bestimmter Bedürfnisse, die man sich just in diesem Moment verschaffen möchte? Erkaufen wir uns Zeit? Und kann man Zeit überhaupt kaufen?

Sicher ist zumindest, dass jeder Einzelne von uns „Zeit“ verkauft. Und zwar einen Teil seiner Lebenszeit, die sich einem Arbeitgeber gegenüber als Arbeitszeit bzw. die daraus resultierende Arbeitskraft darstellt. Dafür werden wir entlohnt. Was wir als Steuer wieder davon in den Kreislauf zurückführen, dies möchte ich hier außer Acht lassen. Zu weit ausholen, möchte ich schließlich auch nicht.

Wenn wir also Zeit VERKAUFEN können, müssen wir also auch Zeit KAUFEN können. Und m.E. kauft man sich Zeit, indem man einen Kredit aufnimmt. Wer spart denn bitte 10 Jahre auf den Bau eines Hauses? Ich kenne keinen. Wir kaufen jetzt und zahlen später. Nicht schlimm soweit.

Schlimm wird es erst, wie oben bereits angemerkt, wenn man die Schulden nicht mehr bezahlen KANN!

Ja, auch hier gibt es einen Wirtschaftszweig der kräftig mitverdient und dem armen Schuldner das Geld doppelt und dreifach aus der Tasche zieht, obwohl der schon am Boden liegt. Und auch der Staat verdient mit. Ich stelle dies bewusst etwas überspitzt dar.

Ich möchte mich jedoch nicht auf die Arbeit von Inkassofirmen, Gerichtsvollziehern, Insolvenzgerichten einschießen. Mir geht es lediglich darum, wie manche Kreditanbieter arbeiten bevor die o.g. Organe eingesetzt werden.

So scheint es bei einem bestimmten Kreditanbieter (Name bekannt) üblich zu sein, seine säumigen „Kunden“ mit Telefonterror zu beglücken. Die ersten zwei Gespräche zur aktuellen Situation des Kunden/Schuldners sind vielleicht noch hin nehmbar, doch wenn der Kunde/Schuldner nach 15 Anrufen seine Situation 15 Mal mit 15 verschiedenen Mitarbeitern mitteilen soll, wird das zunehmend lästig.

Auf Verweise, man möge den Vorgang bitte schriftlich regeln, scheint man in diesem Hause drüber hinwegzusehen. Nach ausgelassenem Telefonterror, der sich über den ganzen Wochentag und auch an Samstagen erstreckt, ist man als „Kunde“ bereits genervt, wenn nach dem Nachhause kommen schon wieder der AB bzw. das Telefon mit entgangenen Anrufen blinkt. Schriftlich sieht es ähnlich aus. Mir ist ein Fall bekannt, wo innerhalb von zwei Wochen knapp sieben Briefe versendet wurden.

Auch ausgesprochene Verbote der telefonischen Kontaktaufnahme werden stillschweigend übergangen. Ja, sogar etwaige Mitarbeiter werden mitunter ausfallend und stellen sich über das Gesetz, mit der Meinung, dass sie den Schuldner weiterhin mit Anrufen bombardieren dürfen. Schließlich bestehe ja ein berechtigtest Interesse.

In allgemein bekannten Internetforen wird dieser Zustand des (hier nicht genannten) Kreditinstitutes aufs massivste bemängelt. Das Schlimme daran ist, dass die in Not geratenen Menschen bereits angeschlagen sind. Sei es durch die Belastung des Arbeitsplatzverlustes, den damit einhergehenden finanziellen Ausfall und von der psychischen Belastung mal abgesehen. Innerhalb von wenigen Tagen (und auch innerhalb von ein paar Stunden) wird sich sicherlich an der finanziellen Situation des Schuldners nichts ändern. Umso ärgerlicher wenn man dann terrorisiert wird und eine zusätzliche Belastung erfährt. Zumal es auch andere Kreditinstitute gibt, die solche (unseriösen) Vorgehensweisen nicht an den Tag legen, sondern nach kurzem Schriftverkehr die Schuld vorerst „stunden“.

Wenn Sie schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht haben, scheuen Sie sich nicht, einen Kommentar zu hinterlassen oder mir eine Mail (info@schreckgespenster.de) zu senden.

2 Comments

  1. echt? Danke für den Hinweis, lag bestimmt am Update der E-Mail-Funktion.

  2. sascha sagt:

    Das ist echt ne sauerei das man versucht mit den Leid anderer noch Geld zu verdienen aber das gibt es leider in vielen Sparten.. Guter Artikel..

    Noch ne andere kleine Anmerkung: Hier bei deinen Kommentar Formular wär es bischen besser wenn Links neben den Feldern stehn würde was reinkommt ( Name , Email , Webseite ) bei mir ist hier nichts beschriftet. Grüße

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