Skandal im Essen

Nach allgemeiner deutscher Rechtschreibung müsste die Überschrift eigentlich lauten: Skandal um das Essen. Doch der Einfachheit halber verzichte ich auf korrekte Auslegung. In den letzten Wochen verdichtet sich immer mehr ein riesiger Skandal, bei dem immer mehr Details an die Öffentlichkeit geraten.

Da wir täglich Lebensmittel zu uns nehmen (müssen), sollten wir auch darüber bescheid wissen, was wir essen. Sorgte noch vor Jahren ein BSE Rindfleisch Skandal (Gammelfleisch und andere Konsorten) für ausreichend Gesprächsstoff, so ist es in den letzten Tagen der Pferdefleisch-Skandal der die Gemüter der Verbraucher erhitzt. Doch worum geht es eigentlich? Darum, dass die verarbeitende Lebensmittelindustrie es gewagt hat Pferdefleisch ins Essen zu mengen? Oder geht es vielmehr darum, dass man uns als Verbraucher bewusst angelogen und getäuscht hat?

Auffallend ist, dass die Verlierer die kleinen Unternehmen einer großen und langen Produktionsketten sind. Die „großen“ Märkte haben davon angeblich nichts gewusst oder sind sich keiner Irreführung bewusst. Auch wenn unsere Lebensmittel mittlerweile einer Auszeichnungspflicht unterliegen, mussten wir in jüngsten Tagen feststellen, dass diese auch falsch sein kann.

Wissen wir also wirklich, was wir essen? 

Ich behaupte, dass mehr als 95 % der deutschen Bürger nicht wissen, was sie genau essen bzw. was die einzelnen Zusatzstoffe in ihrem Essen bedeuten, geschweige denn wozu sie dienen oder woraus sie gemacht werden!

Am heiligen Sonntag habe ich mir bezüglich so einiger Fragen zum aktuellen Skandal den Dokumentarfilm Food Inc. angeschaut. Der Film ist eine Zusammenarbeit des Produzenten und Regisseurs Robert Kenner sowie den Journalisten Eric Schlosser und Michael Pollan und stammt aus dem Jahr 2008.

Das Thema des Film lässt sich in einem einzigen Wort beschrieben: Essen!

In dem eindrucksvollem Werk wird über Monopolisierung der Lebensmittelindustrie berichtet, welche Auswirkungen auf die Gesundheit für Mensch und Tier u.a. durch Massentierhaltung in den letzten Jahrzehnten entstanden sind sowie die Patentierbarkeit von Pflanzen dafür gesorgt hat, dass sich ein massiver Wandel in der Landwirtschaft vollzogen hat. Was mitunter alles aus Mais und Sojabohnen hergestellt wird, ist schier unglaublich. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich hier erkundigen. 

Obwohl der Film aus dem Jahr 2008 stammt, scheint er auf Grund der aktuellen Situation noch immer aktuell zu sein. Neben dem Pferdefleisch-Skandal wurde nun ein neuer Skandal, der sich mit falscher Etikettierung von Bio-Eiern befasst, bekannt. 

Zitat: „Wie der SPIEGEL berichtet, sollen Millionen Eier aus Freiland-, Boden- und Bio-Haltung vor allem aus Niedersachsen als angebliche Bio-Eier in den Handel gelangt sein. “ 

weiter: „Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen rund 150 Betriebe in Niedersachsen. Etwa 50 weitere Verfahren wurden an Ermittler in anderen Bundesländern abgegeben.“ Quelle: Spiegel Online

Nun könnte man der Annahme sein, dass irgendetwas mit unserem Kontrollsystem nicht stimmt. Und vielleicht stimmt auch etwas mit unserer Nahrungsmittelindustrie nicht. So stehen doch Gewinnmaximierung im Vordergrund. Der Verbraucher zeigt sich mal wieder verunsichert. Was kann er also tun? Hier heißt es sich zu informieren und abzuwägen. So sollte man ruhig eher einen regionalen Anbieter wählen. Das selbstgekochte Essen sollte gegenüber den Fertiggerichten vorgezogen werden. Gesundes und bewusstes Essen kann man lernen.

In einem Selbsttest im Supermarkt heute morgen, ist mir u.a. aufgefallen, dass z.B. Fertigbrot häufig Sesam enthalten kann, Müsli-Riegel häufig Spuren von Mandeln oder Haselnüssen aufweisen usw. Von den E-Nummern will ich jetzt nicht berichten, denn dies würde jetzt den Rahmen sprengen. Ausführliche Informationen kann man sich hier holen.  Zudem sind fast 95 Prozent der Produkte in Plastik eingeschweißt bzw. verpackt. Auch dieser Umstand macht mich nachdenklich.

In einer angeregten Diskussion in kleiner Runde, war auffallend, dass ich gar weiß, wo Obstbäume in meiner Umgebung zu finden sind. In meiner Kindheit wusste ich immer, wo man einen Birnen- oder Apfelbaum finden kann. Auch Kirschbäume sind mir nicht bekannt. Warum dem so ist, kann ich leider nicht sagen.

Ich habe mich jedoch dazu entschlossen, mich noch weiter zu informieren und noch bewusster zu essen, als ich es ohnehin schon getan habe. Natürlich hoffe ich, dass dieser Artikel ein Anstoss für manchen Leser ist, sich ebenfalls mit dem Thema zu beschäftigen.

Hierzu habe ich noch ein paar Empfehlungen:

 

13 Kommentare

  1. Andrew sagt:

    Hallo

    nun ich kann nur zustimmen und sagen, das wir, die Kunden doch selber Schuld sind. Wir lassen es uns gefallen und wir verlangen nach billigem Essen, das schnell geht. Wenn nicht so viele Fertigprodukte gekauft würden, dann könnte man das auch nicht mit uns machen, Pferd in Lasagne, Bio Eier die verseucht sind. Auch Die Bio Marken der großen Ketten betrifft es. Es gibt einen Pseudo Bio Hype, die Firmen haben das erkannt und nutzen unser schlechtes Gewissen nun aus. Und die MEnschen fallen drauf rein, statt richtige Biowaren zu kaufen, nehmen sie die billigen Discounter Bioprodukte.
    Ich denke ändern kann man das nur wenn die MEnschen lernen umzudenken und Essen wieder einen Wert bekommt und nicht einfach nur Ware ist.
    Gruß Andrew

  2. Spielen sagt:

    Es geht auch „Skandal in Essen“ – kleiner Scherz. Und wenn ich meinen Namensvetter Günther S. Frag heißt es Skandal im Sperrbezirk. Aber im Prinzip ist das wirklich nicht zum Lachen. Vor allem wenn ich denk, welche Skandale ich schon wieder vergessen hab:
    – Industriefett in Tiermast
    – Gammelfleisch
    – Mais mit Schimmel 2013
    – ägyptische Samen 2012
    – Putenstreifen in Kantine 2013

    Was ist denn da los?

  3. Frank sagt:

    Da sind wir doch alle Irgendwie auch selbst drann schuld. Es muss alles billig, billiger am billigsten sein. Nur wenn das Kilo Schweineschnitzel 3 Euro kostet ist es gerade noch im Preis ok. Wenn dann etwas mit dem Fleisch nicht stimmt ist das gejammer groß. Aber jetzt mal ehrlich 3 Euro pro kilo? Davon muss der Schlachter, der Metzger, der Supermarkt, der Bauer, die Spedition und noch viele mehr leben. Ist doch klar, das die Sau in ihrem Leben noch nie Tageslicht gesehen hat und wahrscheinlich nur künstliches Futter und viele Medikamente bekommen hat. Genauso ist es beim Geflügel, bei den Eiern und bei vielem mehr.
    Wenn ich jemandem sage, das ich zu meinem Metzger im Dorf gehen, das Fleisch aus der Region kommt und somit das Kilo mindestens 10 Euro kostet bekommen viele Leute große Augen.
    Lieber Esse ich doch nur 2 mal in der Woche Fleisch, dafür gutes und koche mir meine Gerichte selbst. Da weis ich dann was drinn ist und wenn jetzt jemand schreit, das einem dafür die Zeit fehlt, ich hab kochbücher mit echt leckeren, günstigen und schnellen Gerichten zuhause. Da macht man ein Pastagericht mit Salat auch mal in 15 Minuten.

  4. Gunnar sagt:

    An der Überschrift „Skandal im Essen“ ist ja was dran. Er findet ja wirklich im Essen selber statt, sozusagen. – Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass wir jemals wirklich wissen werden, was wir essen. Wie soll das gehen? Soll auf jedem Hühnerschenkel das Brandzeichen des Hühnerhofes erkennbar sein, wie bei den Cowboys? Und ob jemand Reis, das er in X gekauft hat, mit billigerem Mehl, das er in Y gekauft hat, gemischt hat, können wir doch gar nicht nachvollziehen, und man kann schlecht jedes einzelne Lebensmittel gentechnisch untersuchen.

  5. Nadine sagt:

    Der Skandal hat meiner Meinung nach schon etwas Gutes, nämlich, wie hier schon angedeutet wird, dass jetzt wieder mehr über das Thema Essen gesprochen wird.

    Die Aufstellung von Quinoa spricht finde ich Bände. Dieses System funktioniert so einfach nicht!

  6. Kai sagt:

    Was schon komisch ist, immer wenn ein skandal aufgedeckt wird,folgt gleich noch einer bzw.mehrere,als wenn die Medien nur darauf warten.Gruß Kai

  7. Der Urlauber sagt:

    Ich gebe Daniel recht. Es macht wirklich den Eindruck als wenn solche Skandale nur durch Zufälle aufgedeckt werden. Jedoch habe ich auch den Eindruck, dass der Vorfall mit dem Pferdefleisch zunehmend zu einem Politikum wird. Was geschieht mit dem Essen. Soll es weggeworfen werden? Sollte es nicht vielmehr an Bedürftige gespendet werden? Und warum haben diese Menschen überhaupt das Recht, solche Vorschläge mit dem Verweis auf Gleichbehandlung abzuwehren? Letztendlich geht es sogar soweit, dass am Ende Politiker vor laufender Kamera „Pferdefleischlasagne“ essen. … Wir sind alle da irgendwie im Boot! Wir müssen anders Essen und andere Erwartungen ans Essen entwickeln!

  8. Quinoa sagt:

    Es ist sehr schlimm aber ich Arbeite in solch einer Brache und kann nur sagen das es schon immer so ist. Es ist einfach das Gesetz wenn es um GELD geht. Immer billiger muss es sein damit viele Kunden es kaufen. Jeder von den 10 Zwischenhändler will sein Teil haben.

    Was bleibt bei einer Lasagne die 2,99Euro kostet noch übrig ??
    15cent Platikverpackung und Umkarton
    30cent Hackfleisch
    30cent Nudeln
    30cent Käse
    20cent Bechamel
    50cent Produktion ( Strom,Arbeiter,Benzin,Fabrik,usw. )
    25cent Tomatensoße
    ——
    2,00Euro

    jetzt bleiben noch ca. 1 Euro für bestimmt 5 Zwischenhändler usw.

    Ich denke das es in jedem Lebensmittel etwas ist.

    gruß

  9. Daniel sagt:

    Das schlimme dabei ist, dass ich das Gefühl habe, diese Skandale werden mehr oder weniger immer nur zufällig aufgedeckt. Normalerweise kriegen wir sowas wirklich nicht mit und jetzt wo grade die Sache mit dem Pferdefleisch aufgedeckt wurde, wird mal etwas genauer nachgebohrt…Ich frage mich, warum meine Frau noch versucht für unsere Familie mit Bio-Produkten zu kochen. Man weiß ja anscheinend sowieso nicht ob das wirklich Bio ist…
    Gruß
    Daniel

  10. Ja wirklich Schlimm was da mal wieder abgeht. Aber ja nichts neues bei der industrialisierten Herstellung der Nahrungsmittel. Klar das da jeder dran verdienen möchte…

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