Scheitert der Euro, dann scheitert Europa

Scheitert der Euro, dann scheitert Europa – so ein Zitat von Angela Merkel. Weiter ließ die Bundeskanzlerin verlauten: Europa stehe in der schwersten Stunde seit dem Zweiten Weltkrieg.  Öhm. Okay. Man hat zwar eine alte Bombe aus dem zweiten Weltkrieg in Halle an der Saale gefunden, doch muss man das wirklich so theatralisch aussagen?

Der Bundestag hat gestern mit 503 Abgeordneten-Stimmen für die sogenannte Maximierung bzw. Ausweitung des Euro-Rettungsfonds (kurz EFSF) gestimmt. Nun hat reiste Merkel mit einer Art Blanko-Check nach Brüssel. Auch hier wurde in der Nacht alles geregelt. So soll die EU ein umfassendes Massnahmenpaket gegen die aktuelle EU-Schuldenkrise auf den Weg gebracht haben, womit zugleich die Bankenkrise ebenfalls behoben werden sollen. Öhm. Welche Bankenkrise? Achja, denen fehlt ja Geld, was sie sich entweder über die Märkte einholen können und wenn das nicht funktioniert, leihen sich die Banken halt Geld vom Staat. 

Egal. Da muss man erst mal die Korken knallen lassen. Schließlich jubelt die Medienwelt schon seit Stunden.

Naja, zumindest erhält Griechenland einen Schuldenschnitt. So sollen private Gläubiger, allen voran Banken und Versicherer, auf die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber Griechenland verzichten. WOW! Das ist doch mal was. Das hätte so mancher Schuldner auch gern. Doch das asoziale Wohlstandsgesocks wird lieber von gnadenlosen Gerichtsvollziehern gejagt.

Wenn man sich dann auch noch das RTL-Schuldenformat anschaut, muss man doch wirklich anfangen zu lachen. Die Schulden der betroffenen Akteure der bekannten Sendereihe sind doch im Vergleich zu Griechenland noch kleiner als Peanuts.

Zurück zum Thema. Der Rettungsschirm wird zusätzlich gehebelt, so dass man ihn getrost von 440 Milliarden auf 1 Billion Euro ausweiten kann. Natürlich nur, wenn es von Nöten ist. Wie diese wundersame Vermehrung von Geld funktioniert ist schon TOLL! Schade, dass man das privat nicht nachahmen kann.

……….In Planung sind jetzt zwei Möglichkeiten, wie der Euro-Rettungsfonds EFSF mehr Geld bekommen soll. Eine erste Möglichkeit sieht vor, dass der EFSF Kredite an die Pleite-Staaten nur noch teilweise garantiert, z.B. zu 20 Prozent. Der EFSF wird zum „Versicherer“, man spricht von der „Versicherungslösung“. Dies ist ein klassischer Kredithebel. Mit 20 Mrd. kann man 100 Mrd. absichern, eine wundersame Geldvermehrung. Der Fonds gibt einem Pleitestaat Kredit. Für dieses Geld kauft der sich die teilweise abgesicherten und mit einer guten Bonität versehenen Schuldpapiere des EFSF. Die nimmt der Schuldenstaat wieder als Sicherheit, um neue Schulden auf dem Markt aufnehmen zu können. ………..

………Eine zweite Möglichkeit ist die Gründung von Investmentgesellschaften. Hier geht es schlicht und einfach darum, überall auf der Welt um Geld zu betteln. Privatinvestoren und andere Staaten wie China und Konsorten sollen Geld in diese Investmentgesellschaften stecken und damit die Europäer flüssig halten……… Quelle The Intelligence

So also soll der ganze Kram funktionieren. Wenn doch aber Griechenland nur 350 Milliarden Euro Schulden hat, von denen aber 70 Milliarden unter sogenannten Troika-Kredite fungieren, zusätzlich Griechenland noch mit 75 Milliarden bei der EZB in der Kreide steht, dann sind die restlichen Milliarden (rund 205 Milliarden) nur vom Schuldenschnitt betroffen.

Der Hebel wird wohl mit mit so genannten CDS, als Credit Default Swaps, in Umlauf gebracht. Ja, das sind die Dinger, welche die Finanzkrise 2007 ausgelöst haben.

Und dann gibt es ja noch andere Länder, wie Spanien oder Italien. Die müssen auch sparen oder bekommen die auch einen Schuldenschnitt? Mal sehen wie lange dieses Geldsystem von Schulden überhaupt noch funktioniert. Ich bin gespannt.

©Foto istock

1 Comment

  1. In Wirklichkeit interessiert sich niemand für die Griechen!…

    Momentan regen sich alle auf, daß „den Griechen die Milliarden in den Arsch“ geschoben werden, obwohl Doitschland selbst eher pleite ist als sonstwas. Wahrlich, ich sage Euch: Die Griechen als Volk……

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