Zeltstädte in den USA

Schaut man sich die derzeitige wirtschaftliche Lage an, kann einem schon Angst und Bange werden. Die Griechen ertrinken in ihren Schulden, die Italiener sind wohl als nächste dran und auch den USA steht eine Zahlungsunfähigkeit bevor, sollte man sich nicht auf eine Erhöhung der Schuldenobergrenze einigen.

Doch dies sind Probleme im großen Stil. Schulden können nicht nur die Existenzen ganzer Staaten bedrohen, sondern auch die des kleinen Mannes. Vielen deutschen Mitbürgern ist bereits bekannt, dass einige Bevölkerungsteile in so genannten Wohnwagensiedlungen ansässig sind. Durch die Immobilienkrise und der daraus resultierenden Wirtschaftskrise haben viele Amerikaner zuerst ihren Job und dann auch ihre Häuser verloren. Um nicht auf der Straße zu leben, haben sich in vielen amerikanischen Bundesstaaten um die großen Stadtgebiete ganze Zeltstädte etabliert.

Die Zahl der Zeltstädte in den USA ist in den letzten Jahren explosionsartig angestiegen. Das Problem der „Homeless“ Gemeinden ist für die restliche Welt nicht mehr zu übersehen. Doch welche Zukunft haben die „Homeless“, wenn sie in einer solchen Zeltstadt wohnen? Es dürfte sicherlich ähnlich sein, wie beim Hauptmann von Köpenick. Hat man keinen festen Wohnsitz bekommt man keine Arbeit. Einen festen Wohnsitz bekommt man nur, wenn man eine Arbeit hat.

Bereits in den 1930er Jahren gab es dieses Phänomen in den USA. Die heutigen „Tent Cities“ hatten allerdings den schönen Namen „Hoovervilles“, benannt nach dem ehemaligen US-Präsidenten Herbert Hoover. Auch wenn man in den Medien in den letzten Monaten noch kaum etwas über die Zeltstädte vernehmen konnte, existieren sie immer noch.

Quasi auf sich allein gestellt, helfen sich die Betroffenen untereinander. Da Arztbesuche und Medikamente zu teuer sind, behelfen sich die meisten mit Heilpflanzen. Strom wird aus Autobatterien gewonnen, gekocht wird auf offener Feuerstelle.

Mittlerweile ist der amerikanische Staat dazu übergegangen, diese Zeltstädte zu räumen. Die Betroffenen sollen zeitweilig in leerstehenden Häusern untergebracht werden. Ob man dadurch allerdings das Problem beheben kann bleibt fraglich.

1 Comment

  1. Uli sagt:

    Super, endlich ein gut geschriebener Post, besten Dank. Muss man erstmal verarbeiten. Generell finde ich diesen Blog leicht zu verstehen und bequem zu lesen.

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