Geschehnisse in Norwegen

Wie auch mittlerweile der letzte Bewohner der Welt wissen dürfte, fand am Freitag in Oslo ein Bombenanschlag statt und es wurden in einem Ferienlager auf der Insel Utoya zirka 85 Jugendliche erschossen. Die Geschehnisse von Freitag sind tragisch und mein Mitgefühl gilt den Opfern und auch den Hinterbliebenen.

Anfänglich überschlug sich die Presse mit Mutmaßungen, es wurde sich um einen terroristischen Anschlag handeln. TERROR wurde groß geschrieben. So genannte Terrorexperten meldeten sich zu Wort. Es konnte nur eine islamische Terrororganisation wie die Al Qaida dahinter stecken. Wer sonst würde ein Regierungsviertel in der norwegischen Hauptstadt Oslo mit einer Bombe derart verwüsten können. Es war wie immer angeblich der gefährliche Mann mit Bart und dem Koran in der Hand.

Als wenig später bekannt wurde, dass in dem Ferienlager auf Utoya eine Vielzahl von Jugendlichen erschossen wurde, rückten die Medien ein wenig von diesem Gedankengut ab. Die Drähte auf Twitter liefen heiß. Und auch die so genannten Internetreporter gaben im Fernsehen ihren Kommentar ab. Dabei möchte ich festhalten, dass die Internetreporter 75 Prozent der Twitter-Nachrichten gar nicht erwähnen, sondern sich lediglich auf 25 Prozent beschränken. Gerade soviel, wie es ins allgemeine Format passt.

Ähnlich wie bei dem angeblichen Amoklauf in Ludwigshafen, als ein 23-jähriger Mann an der Technischen Berufsschule eine Lehrerin erschossen hatte, fiel mir auch dieses Mal auf, dass die Medien mal wieder vollends in ihrer Berichterstattung übertrieben haben. Es gab wenige Fakten, dafür jedoch mehr Mutmaßungen und Schuldzuweisungen. Für Deutschland befürchtete man schon wieder schlimmeres. Die TERROR-Gefahr sei nicht abgewendet und könnte in naher Zukunft die größeren deutschen Städte betreffen. Gut, dass die Terrorexperten eine Glaskugel auf dem Tisch haben.

Als ich mir die Bilder vom zerstörten Regierungsviertel angeschaut habe, konnte ich mir kaum vorstellen, dass eine einzige Bombe eine solche Zerstörung anrichten kann. Ich wurde zu meiner Überraschung in meiner Ansicht bestätigt, als ich im Fernsehen Bilder von einem zerstörten Dachgeschoss gesehen habe und auf einem Internetportal ein Video sah, welches eine zweite Explosion zeigte.

In den Medien ist bislang immer nur von einer Autobombe die Rede. Was ist also dort explodiert? Mittlerweile ist bekannt, dass es sich bei dem Attentäter um einen norwegischen Staatsangehörigen handelt, der eine multikulturelle Gesellschaft eher ablehnen soll. Der mutmaßliche Täter Anders Behring Breivik soll die Tat bereits seit Jahren vorbereitet haben und kurz vor den Geschehnissen ein 1500 Seiten langes Manifest im Internet veröffentlicht haben, in dem die Tat minutiös beschrieben sein soll. Ferner soll der 32 Jährige ein Teilgeständnis abgelegt haben.

Wenn ich so darüber nachdenke, frage ich mich, ob es sich bei der Tat wirklich um einen TERRORanschlag handelt oder ob die Tat nicht eher mit einem Amoklauf gleichzusetzen ist, der nun eine neue Dimension von Amokläufen darstellt. Verwunderlich erscheint ebenso, dass sich der Täter nicht selbst gerichtet hat. Wie schaffte es der Täter eigentlich, so viel Munition bei sich zu tragen? Wie schaffte es der Täter, dieses schreckliche Szenario allein umzusetzen?

Die Bombe soll Anders Behring Breivik mit Hilfe von Düngemitteln hergestellt haben. Nach allgemeinen Medienangaben soll der Täter ein Freimaurer gewesen sein. Ich dachte bisher, Freimaurer gibt es gar nicht und alles was mit Freimaurerei zu tun habe, wäre bloße Verschwörungstheorie. Außerdem soll der Norweger 90 Minuten Zeit für das Massaker auf der Ferieninsel gehabt haben. Utoya ist rund 30 Minuten von Oslo entfernt und die Insel selbst kann nur mit einem Boot erreicht werden. Nun soll die Polizei sechs weitere Verdächtige festgenommen haben.

3 Comments

  1. Stefan K. sagt:

    Der Unterschied zwischen Amoklauf und Terroranschlag ist marginal. Ich glaube, dass man da schwer unterscheiden kann. Motive haben beide stets. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Typ alleine gehandelt haben kann. Da wird sicher mehr hinter stecken.

  2. Man darf gespannt sein, welche Verschärfung von Kontrollgesetzen nun wieder verabschiedet werden. Ein Terrorist ist folglich nicht mehr nur der Mann mit Bart und dem Koran in der Hand, sondern es sind nun Menschen, die unter uns leben. Die einem geregelten Tagesablauf nachgehen und nett zu ihren Nachbarn sind.

    Die Polizei von Norwegen hat bereits Fehler eingeräumt. Vielleicht stellt dies die Erklärung dar, warum die Polizei erst nach sinnlos verstrichener Zeit auf der Insel eingreifen konnte.

  3. Freimaurer gibt es schon, nur sind die völlig harmlos. Die pflegen einfach mit ziemlichem Brimborium Beziehungen, aber nicht so, Wie sich das Hohl-Ei das vorstellt.

    Das Düngemittel ist Kaliumchlorat. Da kann man prima Sprengstoff mit machen, so man vorsichtig genug ist und sich nicht gleich selbst mit in die Luft jagt.

    Mich wundert weniger die Munitionsmenge, das ließe sich schon noch schleppen. Aber ein automatisches Gewehr? Vielleicht sollten alle, die einen Waffenschein wollen, genauer unter die Lupe genommmen werden.

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