Gewerbeauskunft Zentrale bittet zur Kasse

Die tägliche Überprüfung des Posteinganges ist für einen Selbstständigen oder auch Gewerbetreibenden eine Selbstverständlichkeit. Auch Ämter versenden aus verschiedenen Gründen Post an einen Gewerbetreibenden. Und so fällt es auch gar nicht auf, wenn einmal ein Brief dazwischen ist, der zwar aussieht als würde er von einem Amt kommen es aber in Wirklichkeit nicht ist.

Post von der Gewerbeauskunft Zentrale

So auch im gestrigen Fall. Da kam ein Brief von der Gewerbeauskunft Zentrale ins Büro geflattert. Das Schreiben der Gewerbeauskunft Zentrale erweckt den Anschein, es könne sich um ein Amtsschreiben handeln. In dem Schreiben der Gewerbeauskunft Zentrale sind vorab die Firmendaten, wie beispielsweise die Rechtsform, der Name und die Betriebsstätte des Empfängers eingetragen. Nachträglich wird der Empfänger dazu aufgefordert fehlende Angaben zu ergänzen oder zu korrigieren.

Zitat: „muss durch Sie ergänzt werden“

So muss der Empfänger oder auch Firmeninhaber die Internetadresse, die E-Mail Adresse und die Branchenzugehörigkeit eintragen.

Zitat: „Die Daten bei Annahme des Angebots nochmals auf Ihre Richtigkeit kontrollieren. –Bitte mit ihrer Unterschrift bestätigen-.

MOMENT!

Was für ein Angebot? Erst auf der rechten Seite im zweiten Absatz wird für den Empfänger, hier die Firma bzw. Firmeninhaber ersichtlich, dass es sich um keinen Amtseintrag handelt. Es handelt sich um einen Vertrag. Die Leistungen sind offensichtlich beschrieben. Der Basiseintrag auf der Internetseite von der Gewerbeauskunft Zentrale beinhaltet:

Zitat: „Marketingbeitrag mtl. zzgl.Ust:EUR 39,85“

Sollte der Empfänger sich bereits von der irreführenden Aufmachung des Schreibens hat blenden lassen, sollte spätestens hier auffallen, worum es sich handelt. Zusätzliche Auskunft gibt der Adressat, bei dem es sich um die GWE GmbH Gewerbeauskunft Zentrale handelt. Es ist also folglicher Weise kein Amt, dass dieses Schreiben versendet hat, sondern eine Firma.

Hintergrund Betrug oder nicht?

Bei dem Schreiben der in Düsseldorf ansässigen Firma handelt es sich um keinen Betrug. Die Angaben, die man als Empfänger oder Firmeninhaber angibt sind freiwillig. In den rückseitigen AGB’s sind sämtliche Vertragsinhalte aufgelistet. Ebenso vorderseitig die monatlichen Kosten für den Gewerbeeintrag auf der Internetseite Gewerbeauskunft-Zentrale. de .

Fragwürdig erscheint jedoch die Masche, bei der die Firma GWE GmbH die Schreiben im Amtsformat versendet. Das Schriftstück ist also gleichbedeutend mit einem Angebot bzw. einem Bestellformular. Eine komplette und ersichtliche Kostenaufstellung findet sich allerdings nicht wieder. Und da genau liegt der Trick.

Erst durch die AGB’s auf der Rückseite erfährt der Leser, dass er für die Eintragung der eigenen Firma auf der Internetseite gewerbeauskunft-zentrale.de einen Vertrag über 24 Monate abschließt, der insgesamt EUR 956,40 zzgl. Umsatzsteuer kostet. Jährlich wird also ein Betrag von 478,20 Euro fällig. Sollte der Vertrag nicht 3 Monate vor Ablauf gekündigt werden, verlängert sich der Vertrag um 24 weitere Monate.

Wie schützen?

Überprüfen Sie immer den Absender und lesen Sie das Kleingedruckte. Bei Unsicherheit können Sie Kontakt mit Verbraucherzentralen (ja, auch Gewerbetreibende können das) aufnehmen. Fragen Sie einen Anwalt. Sie sollten dennoch wissen, dass sich so manche Unternehmen in einer rechtlichen Grauzone befinden und offizielle Stellen wenig ausrichten können.

Schon reingefallen?

Sollten Sie bereits das Schreiben unterschrieben haben und versendet haben, verfallen Sie nicht in Panik. Die wird Ihnen nicht weiterhelfen. Wenden Sie sich an einen Anwalt. Ich kann leider keine juristischen Aussagen tätigen, aber er wird es tun können. Ferner können Sie von Ihrem gesetzlichen Widerrufsrecht gebrauch machen. Ist das verstrichen, suchen Sie sich rechtlichen Beistand.

Hinweis für Abmahner

Sicherlich wird dieser Beitrag nicht jedem gefallen. Doch bevor sich nun einige fleißige Anwälte der Abmahnerzunft dazu hinreißen lassen sollten mich abzumahnen, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass ich mit diesem Beitrag mein, im Grundgesetz verankertes Recht zur freien Meinungsäußerung GG Art. 5 , ausübe. Des Weiteren halte ich mich an die publizistischen Grundsätze (Pressekodex) und an den Ehrenkodex des Deutschen Fachjournalisten Verbandes, in dem ich Mitglied bin. Ich möchte klarstellen, dass dieser Artikel nicht dazu dient Dritte zu Verleumden oder zu diskriminieren. Dieser Beitrag verfolgt die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit.

Auf Wunsch kann ich das Schreiben gern online stellen. Ansonsten hier ein Bericht von Akte 2010


So locken Abzocker Sie in die Abo-Falle von verbraucherinfoTV

32 Comments

  1. Ibraimi Bajram sagt:

    Ich habe am 04,02,2013 eine Rechnung von der Gewerbeauskunft-Zentrale.de erhalte
    ich habe gedacht das wer ein schreiben von Finanzamt wegen der Gewerbesteuer und habe mir nichts dabei gedacht den Formular ausgefüllt und Unterschrieben paar tage später erhielte ich einen Rechnung in höhe von569,06 Brutto.
    ich rief da an klärte wofür ich bezahlen sollte und teilte den mit das es sich um ein Missversuftäntnis
    handelt dara uf hin antworteten sie mir es gebe ein 30%iegen Rabatt die müste sofort bezahlt werden.

    mein Frage was kann ich dagegen tun können sie mich beraten.
    meine mobyl nr. lautet:0172-541 78 32 rufen sie mich bitte mal an oder ein termin vereinbaren.
    mit fruendlichen Grüßen:Ibraimi

  2. Rechtsanwalt Alexande Pleh sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    diese Masche hat auch einen meiner Mandanten getroffen. Wie meine geschätzten Kollegen schon geschrieben haben, gibt es einige Möglichkeiten dagegen vorzugehen. Auch ich helfe Ihnen gerne. Bei Interesse vereinbaren Sie einen Termin mit mir oder kontaktieren mich per EMail oder über mein Kontaktformular.

    Viele Grüße
    Ihr
    Rechtsanwalt Alexander Pleh

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.