Copy & Paste oder auch Copygate

Die Affäre von und zu Guttenberg

Deutschland wird von einer Affäre erschüttert. Wie so oft. Eigentlich kann man davon ausgehen, dass alle paar Monate eine neue Affäre oder ein Vorkommnis die Gemüter der deutschen Staatsbürger erhitzt. Diesmal hat es den Verteidigungsminister Herr von und zu Guttenberg getroffen.

Noch vor kurzem war es der deutsche Aussenminister Westerwelle, davor war es Stuttgart 21 und dessen Verantwortliche und im letzten Jahr hatten wir da noch die Aufreger um die Loveparade. Immer schön zu beobachten ist es, dass sich das Land quasi in drei Sparten teilt. Da gibt es die Pro und Contra Seite sowie manche, die gar nichts mehr interessiert. Diese Gattung ist sowieso schon tot und hat sich mit allem abgefunden, denen ist also nicht mehr zu helfen.

Was wäre Deutschland ohne diese Affären und regelmäßigen hochstilisierten Meinungsbilder, die sich hinter jeder Ecke verstecken?

Im Fernsehen und auch im Internet wird man regelrecht mit den gleichen Bildern und den gleichen Schlagzeilen bombadiert. Ja, dabei spielt der wiederholte Wiederholungseffekt eine große Rolle. Denn der wiederholte Wiederholungseffekt mutiert zur Gehirnwäsche. Besonders verdeutlichen kann man das an einem Beispiel: Hartz IV.

Das sind sowieso alles faule Leute, die gefälligst für ihr soziales bisschen Geld, was weder zum leben noch zum sterben reicht, arbeiten gehen sollten. Niemand darf sich auf der sozialen Hängematte ausruhen. Wo kämen wir denn da hin. Deutschland ist schon seit anger Zeit mehr kein Land in dem Milch und Honig fließen. Hier herrscht Kapitalismus, der mit einer großen Portion Angst gegen links und rechts ausgestattet ist. All jene die solche Wörter in den Mund nehmen, scheinen zu vergessen, dass auch ihre Arbeitsplätze gegen den eines Ein-Euro-Jobber jederzeit eingetauscht werden kann.

Und wenn wir dann mal bei Hartz IV sind. Da wird sanktioniert wie das Zeug hält. Bringt man seine Unterlagen nicht bei, zack, hat man Pech gehabt. Ferner werden manche wegen einem Brötchen oder einem Getränkebon gekündigt. Schließlich hat man Diebstahl begangen. Das mag nach dem Gesetz richtig sein. Hier stellt sich die Frage der moralischen Verantwortung.

Wie viel moralische Verantwortung kann Deutschland überhaupt noch ertragen?

Anscheinend keine mehr. Vielleicht findet diese hauptsächlich noch im kleineren bis mittleren Kreis statt. Aber die da oben, wie man immer so gern bei Stammtischrunden verlauten lässt, scheinen sich der Verantwortung nicht bewusst zu sein oder sich dieser zu entziehen. Der Schüler, der bei seinem Tischnachbar abschreibt, bekommt die Konsequenzen seiner Handlung zu spüren, wenn er erwischt wird. Ja, wir sind hier nicht bei wünsch dir was, sondern bei so ist es. Dass manche „dort oben“ allerdings doch noch dazu fähig sind, sich etwas zu wünschen, ergibt sich aus der „von und zu Affäre“, auch Copygate genannt. Vielleicht wünschte sich „von und zu“ nicht entdeckt zu werden. Wie die meisten, die meinen Copy & Paste wird schon keiner merken. Dabei gibt es doch wunderschöne Tools, die etwaige Plagiate sogar im Internet aufspüren.

Was zählt es also vor dem Gesetz, wenn man geistiges Eigentum anderer verwendet und es als seines tituliert. Anscheinend nicht viel, bis auf einen großen Medienrummel und Umfragen, die den Täter auch noch unterstützen. Dabei werden Raubkopierer doch hart bestraft. Das mag uns zumindest die Musik-  & Filmindustrie vermitteln.

Wir erleben nun mit, wie Meinungen geboren werden. Auch schlechte Publicity ist immerhin noch Publicity. Die Medienverdauende Herde wird es irgendwann vergessen haben, dass es Plagiatoren gibt. Man könnte meinen, Milch und Honig wurde gegen Gülle ausgetauscht.

Twitter und Facebook sind voll von Copygate. Ähnlich den Blogs. Und auch ich rühre im großen Brei der Gülle rum. Einen wunderschönen Beitrag habe ich hier gefunden. Da bleibt mir nur noch zu sagen:

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