Gebührenstreit der GEMA

Ein Aufschrei erfolgte in den letzten Tagen in Deutschland. Wie nun bekannt wurde, hat die Gema etliche deutsche Kindergärten angeschrieben. Es geht um eine neue Vereinbarung, welche die Kindergärten dazu verpflichtet für etwaige Lizenzrechte an Musikstücken dementsprechende Gebühren zu zahlen. Dabei soll es sich um Gebühren für die Vervielfältigungen von Liedtexten und Noten handeln. So soll ein Lizenzvertrag ausgehandelt werden, der gestaffelt wird: Für bis zu 500 Kopien sind 56 Euro fällig. Für 20.000 Kopien müssen sogar 2 224 Euro gezahlt werden.

Nicht nur Eltern zeigen sich bestürzt, es hagelt ebenso Protest von vielen Kindergarten-Leitungen. Sicherlich sind die Lizenzverträge bei der derzeitigen desolaten Haushaltslage mancher Kindergärten nur schwer umzusetzen. Fraglich bleibt daher, ob man somit nicht lieber auf Gemafreie Titel zurück greift, die Kopien abschafft oder das Singen gleich verbietet.

In der Bevölkerung herrscht nicht nur Unmut sondern auch Belustigung. In vielen sozialen Netzwerken witzeln einige darüber, demnächst für das Mitsingen bekannter Hits die Lizenzgebühr entrichten zu müssen. Bei was alles die Gema Gebühr anfällt, lässt sich sehr schnell herausfinden. Hat man beispielsweise eine Internetseite und hat darauf gebührenpflichtige Musik eingebunden, muss bei der Gema nach Klicks berechnet dementsprechende Gebühren zahlen.

Da es in der jüngsten Vergangenheit bereits einen Streit zwischen der Gema und Google gab, ist die Internetseite von Youtube und viele der darauf befindlichen Musiktitel weitgehend lahm gelegt. So bleibt dem Internetuser nur ein Wechsel der Plattform übrig, die noch diese Titel abspielen. Leider muss man dafür erhebliche Werbefilme hinnehmen.

Doch nicht nur die Kindergärten sind betroffen. Besonders hart wird es die Musikschulen treffen, die ebenfalls vor neuen Lizenzverträgen stehen. Wer hier allerdings die originalen Noten besitzt, ist also klar im Vorteil. In Schulen werden bereits Lizenzgebühren verlangt. Zusätzlich zur GEZ Gebühr werden diese einen nicht unerheblichen Teil der Ausgaben darstellen.

Natürlich hat die Gema sicherlich ihre Berechtigung. Fraglich bleibt jedoch, wie die musikalische Entwicklung der Kinder begünstigt wird. Das so genannte Kulturgut verkommt somit wohl eher zum Luxusobjekt. Allerdings bei Zeiten von Popstars und DSDS scheint das vielen nichts mehr auszumachen.

2 Comments

  1. Vielen Dank für die Links

  2. Ralf Hagen sagt:

    Die „Musikpiraten“ http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/kinder-wollen-singen machen ein Vorstandsmitglied der „VG Musikindustrie“ verantwortlich; auch Musikschulen wurden wohl reihenweise angeschrieben. Ich denke, die Finanzspritze des Bundes für den Ausbau der Kinderbetreuung hatte da sehr viel mit zu tun, die VG Musikindustrie / GEMA wollten da wohl ein großes Stück vom Kuchen abhaben; eine jämmerliche Unverschämtheit.

    Die „Musikpiraten“ haben ein Liederbuch mit gemeinfreien Kinderliedern aufgelegt und an jede KiTa verteilt. Hier zum Selbstdrucken: http://data.musikpiraten-ev.de/public/kinder-wollen-singen-A4.pdf

    Darauf hat sich eine ganze Initiative gegründet, um gemeinfreie und freigegebene Lieder für Kinder zusammenzutragen: http://www.kinder-wollen-singen.de/

    Es wird mal langsam Zeit, daß der „Zweite Korb des Urheberrechts“ teilweise zurückgedreht und die langsam unverschämt werdende Verlegerindustrie in ihre Schranken gewiesen wird.

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