Hartz IV Bashing

Es ist wieder soweit. Seitdem bekannt wurde, dass die derzeitige Bundesregierung die Hartz IV um 5 Euro anheben will, geht mal wieder ein Ruck durch Deutschland. Jeder regt sich darüber auf, jeder spricht darüber. In einem Forum konnte ich an einer Diskussion teilnehmen und habe neue Erkenntnisse hinzugewonnen. Fakt ist auf jeden Fall, dass das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil keineswegs eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes II forderte, sondern es u.a. um die Transparenz der Berechnungsgrundlage ging.

110 Seiten über Hartz IV

„Immer feste druff“ scheint es bei einigen Menschen zu heißen. Hartz IV Empfänger sind zumeist faul, weniger gebildet, kaufen sich eher Flachbildschirme als ihren Kindern etwas zu essen zu geben, rauchen und saufen nur und überhaupt ist Hartz IV für die Betroffenen eher ein Lebenskonzept. Das sind Menschen, die sich auf der sozialen Hängematte ausruhen und von ihnen hat man gefälligst eine Gegenleistung zu erwarten. Fünf Euro sind ausreichend, denn schließlich bekommen „die“ ihre Miete bezahlt, können Mehrbedarfe anmelden, erhalten kostenlose Wohnungseinrichtungen, sind von der GEZ freigestellt, bekommen das Telefon verbilligt und überhaupt, die paar Bewerbungen, die die schreiben müssen, sollen sie doch am besten nicht auf Seidenpapier ausstellen.

Das sind die üblichen Aussagen, wenn es um Menschen in diesem Land geht, die staatliche Transferleistungen des Arbeitslosengelds II in Anspruch nehmen.

Hinter den Zeilen

Böse könnte ich nun behaupten: “Keine Ahnung, aber davon viel.“ Doch hier sind die verbalen Entgleisungen häufig nicht vorbei. Häufig werden Hartz IV Empfänger als minderwertige Menschen angesehen, denen es noch nicht einmal gegönnt ist Zigaretten zu rauchen oder Wein zu trinken. Obwohl es auch dem allgemeinen Steuertopf bezahlt wird, erscheint es, die Hartz IV Basher würden das aus eigener Tasche bezahlen. „Sollen die doch arbeiten gehen“. Von nun 364 Euro kann man ja wunderbar leben, wenn man alles andere bezahlt bekommt.

Hartz IV und die Vergleiche

Es gibt allerdings auch eine Gruppe von Mitdiskutanten, die eine ganz andere Meinung haben und diese auch Kundtun. Hier werden häufig Vergleiche gezogen, in dem die vorherigen Ausgaben für etwaige Staatsgarantien und andere Staatsausgaben mit einer gleichzeitigen Staatsverschuldung kompensiert dargestellt werden. Diese Vergleiche sind schön und gut. Sie zeigen den Charakter dieser Gesellschaft. Da gibt es Menschen, die nicht nachvollziehen, warum für Pleitebanken und Pleitestaaten etliche Milliarden zur Verfügung gestellt werden und warum gerade die Ärmsten der Gesellschaft so behandelt werden müssen.

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