Abzocke mit Probetexten

Das Problem bei den meisten selbstständigen Textern ergibt sich aus den Probetexten. Häufig verlangen zukünftige Auftraggeber kostenlose Probetexte und entscheiden dann über eine endgültige Zusammenarbeit mit dem Texter. Das wäre an sich kein Problem. Mittlerweile sind diese Anfragen für einen selbstständigen Texter meist unseriös. Ohne jetzt zu pauschalisieren, möchte ich euch über meine alltäglichen Erfahrungen mit so genannten „Probetexten“ berichten.

Einmal Probetext bitte

Ein Probetext bitte

Obwohl ich als Texter über einen gewissen Pool an Beispieltexten zu den verschiedensten Themen verfüge, soll es für die zukünftigen Auftraggeber immer wieder ein ganz „spezieller“ Text sein. Ungewöhnliche Aufträge erfordern schließlich ungewöhnliche Arbeiten. Dabei spielt für den Interessenten keine Rolle, ob ich einen solchen thematisch gleichen Text schon in meinem Repertoire habe oder nicht.

Probetext muss unique sein

 Die Anforderungen an einen Probetext sind immer die gleichen. Sie müssen unique sein. Manchmal frage ich mich, ob es tatsächlich Wortakrobaten gibt, die Abschnitte kopieren oder sich die Mühe machen, aus Büchern abzuschreiben. Zumindest ist mir bislang kein Kollege begegnet, der sich solcher verfälschenden Mittel bedient.

Mehr Anfragen gleich mehr Kunden?

Die zunehmende Häufigkeit der Anfragen nach „Probetexten“ ließ mich aufhorchen. War ich doch als Existenzgründer noch recht naiv und habe mich über jede neue Anfrage gefreut. So schrieb ich fleißig Probetexte bis mir die Finger qualmten. Abschließende Verträge konnte ich mit den Probetexten nicht machen. Daraufhin ließ ich meine Werke von Freunden gegenlesen, da es auch an der Qualität meiner Schriften hätte liegen können. Meine Kunden hatten bislang auch nichts zu beanstanden.

Mein Text unerlaubt veröffentlicht

 Zu guter letzt entdeckte ich auch noch einen meiner kostenlosen Probearbeiten im Internet, der ohne mein Wissen und ohne meine Genehmigung veröffentlicht wurde. Die Interessenten wollten also nur an kostenlosen Texten partizipieren. Seither gibt es von mir noch Arbeitsbeispiele oder Texte mit vorherigem Vertrag. Niemand mag es für „lau“ zu schreiben.

1 Comment

  1. Tweets die Abzocke mit Probetexten | Schreckgespenster erwähnt -- Topsy.com sagt:

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Tanja Spenst erwähnt. Tanja Spenst sagte: Reading http://schreckgespenster.de/2010/04/abzocke-mit-probetexten/ […]

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