Ganz schmerzfrei!

Ich kann nicht beurteilen, wie viele Menschen es gibt, die unter SCHMERZEN leiden. Ich möchte hier nicht über den einfachen Kopfschmerz schreiben, den sicherlich jeder schon einmal hatte.

Ich will über wirkliche Schmerzen berichten, welche mit „normalen Schmerzmitteln“ nicht mehr zu lindern sind. Schmerzen, die durch Wirbelsäulenerkrankungen oder Tumore entstehen. Schmerzen, die HIV-Patienten haben. Aber auch akute Schmerzen (Traumen, Infarkt) sowie bei chronischen Schmerzzuständen (z.B. aus dem rheumatischen Formenkreis, dem Phantomschmerz und neuralgischen Schmerzen.

Ich möchte über die Höllenqualen schreiben, unter die die Betroffenen leiden müssen. Oft jahrelang! Und über andauernde Arztbesuche, falsche Medikation, bzw. unzureichende Schmerztherapie!

Erst einmal muss ich KLARSTELLEN, dass ich hier nur meine Meinungen und Beobachtungen vertrete und keinerlei ärztlichen Rat geben kann. Dafür bin ich nicht ausgebildet. Jeder Schmerzpatient sollte sich also an den Arzt seines Vertrauens wenden. Wenn das Vertrauen überhaupt noch vorhanden ist. Sicherlich jeder hatte schon einmal das Gefühl von einem Arzt falsch oder unzureichend behandelt worden zu sein. Das kann passieren, denn Ärzte sind keine Götter. Auch nicht in weiß. Sie sind nur Menschen und können Fehler machen. ZU Risiken sollten Sie also Ihren Arzt, Apotheker oder Schmerztherapeuten fragen.

Wussten Sie, dass das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) Auswirkungen auf Ihre Schmerzmedikation hat?

Wie oft hören wir in den Medien, dass Drogen schlecht sind. Sie können zwar mit genügend Kapital eine Giftgasfabrik kaufen, aber lassen Sie sich nicht mit ein paar Gramm Haschisch erwischen. Ganz schlimm beziffert man den Abhängigkeitsgrad von Opioiden, also Morphium, Heroin oder sonstiges. Übrigens, es war das deutsche Pharmaunternehmen Bayer, welches Heroin synthetisierte und als Hustensaft verkaufte. Erst in den 1970er Jahren wurde das analgetische Opioid verboten. Felix Hoffmann, der auch mehr oder weniger das Aspirin, also die Acetylsalicylsäure erfunden hatte, synthetiesierte also das Diacetylmorphin.

Auf Grund der allgemeinen schlechten Meinung über Opioide halten sich Ärzte in der Schmertherapie mit der Medikation zurück. Nahezu nur jeder vierte Schmerzpatient erhält die schmerzlindernde Medikation.

Selbstverständlich gibt es noch andere Opioide. Je nachdem von welcher Gesetzeslage und chemischen Zusammensetzung man das betrachtet. Bei manchen Medikamenten, wie beispielsweise Tilidin scheiden sich die Expertenmeinungen, ob das Medikament nun schon ein Opioid ist oder nur die Vorstufe (Prodrug) davon ist. Soviel ist sicher, Tilidin ist zwar verschreibungspflichtig, fällt aber nicht unters BtmG. Wird daher bei starken Schmerzen relativ oft verschrieben.

Studien belegen Opioide werden nicht oft verschrieben

Woran das liegen könnte, kann ich nicht genau beziffern. Da gibt es Medikamente, die Schmerzpatienten helfen, die meisten Ärzte sträuben sich jedoch dagegen. Das mag sicherlich mit dem BtmG zu tun haben und an den Verschreibungsrichtlinien. Oft verfügen die Ärzte noch nicht einmal über die dementsprechenden Rezeptvordrucke. Diese sind nämlich gesondert gekennzeichnet und durchnummeriert. Und sie sind MELDEPFLICHTIG!

Man muss jedoch erwähnen, dass das BtmG in drei Anlagen unterteilt ist. In der dritten Anlage ist von den verschreibungspflichtigen Betäubungsmittel die Rede. Auch in der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung geregelt.

Keine Angst: Nikotin, Alkohol und auch Coffein ist davon ausgeschlossen.

Dazu schreibt das Gesetz vor:

3. Meldungen

a)
der verschreibenden Ärzte an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte über das Verschreiben eines Substitutionsmittels für einen Patienten in anonymisierter Form,
b)
der Ärztekammern an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte über die Ärzte, die die Mindestanforderungen nach Nummer 2 erfüllen und

Mitteilungen

c)
des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte an die zuständigen Überwachungsbehörden und an die verschreibenden Ärzte über die Patienten, denen bereits ein anderer Arzt ein Substitutionsmittel verschrieben hat, in anonymisierter Form,
d)
des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte an die zuständigen Überwachungsbehörden der Länder über die Ärzte, die die Mindestanforderungen nach Nummer 2 erfüllen,
e)
des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte an die obersten Landesgesundheitsbehörden über die Anzahl der Patienten, denen ein Substitutionsmittel verschrieben wurde, die Anzahl der Ärzte, die zum Verschreiben eines Substitutionsmittels berechtigt sind, die Anzahl der Ärzte, die ein Substitutionsmittel verschrieben haben, die verschriebenen Substitutionsmittel und die Art der Verschreibung

sowie Art der Anonymisierung, Form und Inhalt der Meldungen und Mitteilungen vorgeschrieben,

4. Form, Inhalt, Anfertigung, Ausgabe, Aufbewahrung und Rückgabe des zu verwendenden amtlichen Formblattes für die Verschreibung sowie der Aufzeichnungen über den Verbleib und den Bestand festgelegt …….

Quelle BtmG-Einzelnorm

Hier zwei interessante Links die sich mit dem Thema befassen:

http://www.medizinfo.de/schmerz/thopioide.htm

http://www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de/doktorar/dok_expose2.htm

Die Liste der unentbehrlichen Medikamente

Unentbehrliche Arzneimittel (WHO-Bezeichnung Essential Medicines, deutsch auch unverzichtbare Arzneimittel, unerlässliche Arzneimittel) sind nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) solche Arzneistoffe, die benötigt werden, um die dringlichsten Bedürfnisse der Bevölkerung zur medizinischen Versorgung zu befriedigen. Sie sollen in einem Gesundheitssystem in adäquater Menge, richtiger Dosierungsform, guter Qualität und zu einem für den Patienten erschwinglichen Preis verfügbar sein. Quelle Wikipedia

Diese Medikamente sind NICHT Patentgeschützt!

Hier geht es zur Liste

Wie Sie lesen, gehören dazu auch Morphium, also Opioide.
Alles in allem erscheint es sicherlich unverständlich, dass Schmerzmedikamente zwar vorhanden sind, aber selten verschrieben werden. Meist müssen die Betroffenen jahrelang leiden. Man könnte vielleicht vermuten, dass auf Grund der erheblichen Nebenwirkungen, welche im schlimmsten Fall bezüglich einer Atemdepression bis zum Tod führen können, die Schmerzmedikamente nicht eingesetzt werden. Aber auch hier zeigen Studien, dass es bei den Behandlungen mit opioider Medikation eher zu einer Unterdosierung als zu einer Überdosierung kommt.

Liegt es vielleicht am Preis- Leistungsverhältnis?

Analgetische aber nicht opioide Therapeutika, also beispielsweise Diclofenac, liegen je nach Wirkstoffmenge und Anzahl im unteren Preissegment. Opioide sind meist im mittleren bis oberen Preissegment zu finden. Meist wird per Milligramm
abgerechnet.

Wirtschaftlichkeit gegen Patientenanspruch? In der heutigen Zeit sicherlich mehr als ein Thema. Aufschluss darüber geben ebenso viele Studien und auch der Arzneiverordnungs-Report. Und damit Sie wissen, wovon ich schreibe, hier ein weiterer Link mit belegbaren Zahlen. Also wohl auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Wie schon so oft, wird man aber erkennen müssen, dass nicht nur eine auf den Patienten abgestimmte Schmerztherapie von Nöten erscheint, sondern auch die Behandlung von Symptomen besonders wichtig ist. Die Forschungen sind weiter als man denkt. Leider steht dies meist nur den Privatpatienten zur Verfügung. Und auch hier müssen Sie ein dickes Geldpolster haben.

Gesundheit KOSTET!

Obwohl Gesundheit doch eigentlich ein Lebensrecht ist. Und Schmerzen beeinträchtigen die Gesundheit.

2 Comments

  1. Clyde Halphen sagt:

    Die Webseite ist wunderbar und der Post ist für mich sehr hilfreich. Ich hatte nur das kleine Problem, deinen Feed zu abonnieren. Ich weiss nicht warum, aber das funktionierte erst beim dritten mal. Geht es anderen auch so? Wenn es so ist, solltest Du mal die Einstellungen überprüfen. Alles andere ist super, gute Informationen, kurze Ladezeit usw. Kann man sich eine Scheibe

  2. » Erhöhung der Krankenkassenbeiträge oder Kopfpauschale? Alles zum Thema Banken und Finanzierung sagt:

    […] Fällen sollte das Betäubungsmittelgesetz verändert werden. Denn das BtmG hat Einfluss auf die Medikamentenvergabe der Schmerztherapie. Die Kostenentwicklung in den Krankenhäusern sollte besser überwacht werden und eine Aussetzung […]

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