I dont like mondays

Tatort Schule:

Am 11.März 2009 hat es in schönen Städtchen Winnenden nähe Stuttgart einen Amoklauf in dem dortigen Schulzentrum gegen. Dabei wurden 15 Menschen ermordet.

Die Hinterbliebenden und die Zeitzeugen leiden bis heute.

Aus diesem Grund und auch zur Prävention werden nun an vielen Schulen in Deutschland sogenannte Amokübungen durchgeführt.

Dies wird häufig in Lehrerkonferenzen beschlossen. 

Für weiter führende Schulen, sicherlich eine gute Idee. Jedoch gibt es für solche Maßnahmen ein für und wieder. Ich habe mich einmal in verschiedenen Portalen umgehört und konnte dort die verschiedensten Meinungen lesen. Witmen wir uns jedoch nicht dem Thema  Amok – Übungen in  weiterführenden Schulen, sondern in Grundschulen.  Also der Altersklasse 6 – 10 Jahre.

Übungen für Notfallsituationen wie Feuer, Erdbeben und jetzt auch die Schweinegrippe gibt es immer wieder. Je nach Region.  Amokläufe weltweit statistisch gesehen eher unwahrscheinlich. Eine Liste der schlimmsten Amokläufe in Bildungseinrichtungen veröffentliche  ich im Anschluss an diesen Beitrag .

Wie sollen also solche Übungen zum Schutz der Kinder vor Amokläufen gestaltet werden?

Die meisten Amokläufe sind wenig durch Prävention verhindert worden, weil sie in dem Ausmaß gar nicht verhindert werden können. Sie sind nicht vorhersehbar. Evakuierungen der betroffenen Schüler wurden bislang von Polizeikräften vorgenommen. Den Ansatz einer Feuerübung sollte man nicht wählen, da sich die Täter meist unkontrolliert auf dem Schulgelände bewegen und Streifzüge durch die Schulgebäude tätigen. Offene Flächen sollten somit weitgehends gemieden werden.

Bleibt noch die Wahl sich im Klassenzimmer zu verschanzen. Hier stellt es die Aufgabe der Lehrer dar  Türen abzuschließen und die Kinder Schutz suchen zu lassen. Dies bietet jedoch nur unzureichenden Schutz, je nach Kaliber der verwendeten Waffe des Täters. Die meisten Schulmassaker fanden mit Gebrauch von Großkalibrigen Waffen statt.

Viele Lehrer sind hinsichtlich solcher Ausnahmesituationen geschult und reagieren auf dementsprechende Codewörter.

Haben Lehrer eine genügende umfassende psychologische Ausbildung um bei den Kindern bezüglich des Themas keine Ängste zu schüren? Oder sollte diese Arbeit nicht im Zusammenhang mit Schulpsychologen gelehrt werden? Und was ist wenn der Lehrer selbst zum Täter wird?

Des Weiteren könnte ein ehemaliger Schüler, wie es bei den meisten Amokläufern der Fall ist, die Pläne der Evakuierung und der Verhaltensweisen der Schüler kennen und gezielter seinen Anschlag verüben. Eventuell hat der Täter selbst an solchen Übungen teilgenommen.

Ein Gegenpart zu solchen Übungen könnten Kurse oder Unterrichtsinhalte zum sozialen Zusammenleben und der Integration bilden. Hier könnte man in der Klassengemeinschaft durch interaktive Rollenspiele ein gestärktes Gemeinschaftsgrfühl lehren. Die Schulträger sollten stärker in die Verantwortung genommen werden. Mobbing wegen der sozialen Herkunft, Konsumverhalten und einer negativen Gruppendynamik könnte man im Positiven entgegenwirken. Den Kindern sollte ein Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und auch für andere vermittelt werden. Ein dementsprechender Leistungskampf sollte abgeschwächt werden.

In weiterführenden Schulen könnte man Opfer von einigen Schulmassakern zu Wort kommen lassen, Workshops entwickeln oder das ganze künstlerisch als Thema darstellen. Sicherlich gibt es Jugendliche die über ihre Erfahrungen berichten möchten, um weitere Fälle zu verhindern.

Es muss einiges getan werden. Aber es sollte sich nicht nur um Übungen für den Ernstfall drehen. Sondern es muss ein ganzheitliches Konzept entwicklet werden. Auch wenn sich die Gesellschaft in vielen Sichtweisen ändern müsste. Es geht nicht nur um Killerspiele, um Gewaltverherrlichung, um den Aufruhr der Medien, neue Waffengesetze, den sozialen Stand der Täter oder ob diese psychisch krank und unter Medikamenteneinfluß standen. Es geht um mehr. Vielleicht sollte man hier die Erfahrungen der Opfer und Zeugen solcher Taten mit in die Konzeptbildung einfließen lassen. Fest steht jedoch eines:

Man kann solche schrecklichen Taten leider nicht verhindern.

 

Überblick:

Juni 1964: Wolfgang Seifert fielen im Kölner Stadtteil Volkhoven 8 Kinder und 2 Lehrerinnen zum Opfer. Der Täter verletzte mit einem selbstgebastelten Flammenwerfer und einer Lanze insgesamt 28 Kinder. Obwohl er auf der Flucht von einem Polizist durch einen Schuß getroffen wurde, starb der Täter an den Folgen eines zuvor eingenommenen giftigen Pflanzenschutzmittels.

August 1966: der Architektstudent Charles Whitman tötete an der Universität des US-Bundesstaates Texas in Austin 17 Menschen und verletzte 66 weitere Menschen, die später noch an den Auswirkungen der Schreckenstat zu leiden hatten. Er wurde letztendlich von der Polizei erschossen. – Seine Mutter und die Ehefrau wurden die ersten Opfer indem er sie erstach. Die Ereignisse dienten vielen Filmen als Vorlage oder es wurde darauf bezug genommen.

Januar 1979: Brenda Spencer erschoss an der Grover Elementary School in San Diego zwei Personen und verletze neun weitere. Sie war erst 16 Jahre alt. Begründung: I don’t like Mondays. This livens up the day. Brenda Spencer befindet sich bis zum heutigen Tag in Haft.

Dezember 1989: der Sohn eines algerischen Auswanderers Marc Lepine stürmte die Schule für Polytechnik im kanadischen Montreal und erschoss 14 Frauen. Vier Männer und acht weitere Frauen werden verletzt, bevor der Täter die Waffe gegen sich selbst richtet. Durch Probleme mit Frauen wurde er zum Frauenhasser, für den Millitärdienst wurde er vorher abgelehnt.

März 1996: Der Amokschütze Thomas Hamillton tötet in einer Grundschule im schottischen Dunblane 16 Kinder und deren Lehrer, bevor er sich erschießt.

März 1998: An der Westside Middle School in Jonesboro im US-Bundesstaat Arkansas töteten zwei 11 und 13-Jährige vier Schülerinnen und einen Lehrer.

Mai 1998: In Springfield im US-Staat Oregon eröffnet der Schüler Kipland Kinkel an der Thurston High School das Feuer. Zwei Schüler sterben, 21 werden verletzt. Er wurde auf Grund vom Zwang des Nachladens seiner Waffe von anderen Schülern überwältigt und von der eintreffenden Polizei verhaftet. Er muss eine 111,5 Jahre lange Haftstrafe verbüßen.

April 1999: Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete Schüler erschießen zwölf Mitschüler und einen Lehrer an der Columbine Highschool in Littleton im US-Bundesstaat Colorado, im Anschluss begehen sie Selbstmord. Der wohl am meisten disskutierte Fall von einem Schulmassaker überhaupt. Dieses Geschehen bietet die Grundlage einiger Dokumentarfilme. Der bekannteste von Michael Moore „Bowling for Columbine“ wurde 2003 mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Juni 2001: Mit einem Küchenmesser bewaffnet betritt Mamoru Takuma eine Grundschule in der Nähe der japanischen Stadt Osaka und tötet acht Kinder. Er stand unter dem Einfluß von Psychopharmaka. Im September 2004 wurde Takuma gehängt. Er zeigte keine Reue.

April 2002: Ein ehemaliger Schüler eröffnet am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt das Feuer als Rache dafür, dass er von der Schule geworfen wurde. Er tötet 16 Menschen und bringt sich dann um. Dies war der erste große Amoklauf an einer deutschen Schule.

März 2005: Ein 16-jähriger Schüler erschießt fünf Mitschüler, einen Lehrer und einen Sicherheitsbediensteten einer Highschool im nördlichen US-Bundesstaat Minnesota, bevor er sich selbst tötet. Er erschießt auch seinen Großvater und dessen Freund in einem Indianerreservat.

13. September 2006: Kimveer Gill stürmt in das DawSson College  in Montreal (Kanada) und schießt wild um sich. Eine 20-jährige Schülerin stirbt, 19 Menschen werden verletzt.

20. November 2006: In Emsdetten (Nordrhein-Westfalen) stürmt der 18-Jährige ehemaliger Schüler Bastian B. die Geschwister Scholl Realschule und verletzt eine Anzahl von Schülern. Danach erschießt er sich.

16. April 2007: Beim bislang schlimmsten Amoklauf an einer Hochschule in den USA erschoss der Studenten Cho Seung-hui an der Technischen Universität von Virginia insgesamt 32 Menschen, bevor er sich selbst niederstreckt.

7. November 2007: Der 18-jährige Schüler Pekka-Eric Auvinen erschoss an seiner Schule in Tuusula bei Helsinki insgesamt acht Menschen, darunter sechs Schüler, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete. Er hatte die Tat im Internet angekündigt. Nach der Tat wurde Staatstrauer angeordnet.

11.März 2009: Der 17-jährige Täter und ehemalige Schüler Tim Kretschmer erschoss  in der Albertville Realschule in Winnenden und Umgebung insgesamt 15 Menschen. Nach mehrstündiger Flucht erschoss sich der Täter letztendlich selbst.

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